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Plastikfreier leben – 8 Tipps für einen nachhaltigen Anfang

Dir liegt die Umwelt am Herzen und du möchtest weniger Plastik verbrauchen, weißt aber nicht, wo du anfangen kannst? Dann möchte ich dir mit diesem Artikel den Start etwas erleichtern.

Mir ging es nämlich am Anfang sehr ähnlich. Als ich mir erstmal darüber bewusstwurde, dass ich so ziemlich überall in meinem alltäglichen Leben Plastik benutze, war das ziemlich frustrierend!

Wo soll ich anfangen? Wie sehr muss ich mich einschränken? Wo kann ich überhaupt noch einkaufen? Was gibt es für Alternativen?

All diese Frage gepaart mit der Einstellung „wenn ich plastikfrei leben möchte, dann ganz oder gar nicht“, waren sehr anstrengend sein. Deswegen möchte ich mit dir nun meine Tipps teilen, die mir den Einstieg in ein plastikfreieres Leben erleichtert haben, oder die ich selber vielleicht gebraucht hätte, um mir etwas Ärger und Frust zu ersparen 😉 .

In diesem ersten Beitrag soll es erstmal um die ersten Schritte für ein verändertes Mindset und die richtige Basis für den Start zu mehr Nachhaltigkeit gehen. Meiner Meinung nach ist das besonders für den Anfang sehr wichtig, denn in dieser Phase können Überforderung, Perfektionismus und Unverständnis von anderen die anfängliche Motivation eindämmen. Wir neigen dann dazu, schnell wieder aufzugeben. Um das zu verhindern, möchte ich dir zeigen, wie du die Nachhaltigkeit nachhaltig angehst.

Also auf geht’s in Richtung Veränderung:

1. Denk nicht im „Ganz oder gar nicht“ – Prinzip

 

Ich glaube, das ist so ziemlich das Wichtigste, aber auch das Schwierigste Learning für den Start. Nachhaltigkeit ist keine Challenge und auch kein Wettbewerb. Hier geht es nicht ums Gewinnen oder Verlieren. Im Gegenteil: jeder einzelne Schritt, mit dem du einen positiven Beitrag für die Umwelt leistest, zählt. Und dieser wird eben nicht wieder rückgängig gemacht, nur, weil du ein anderes Mal oder in einem anderen Bereich „unökologisch“ handelst.

Nur ist leider genau dies eine weit verbreitete Annahme, die viele davon abhält, überhaupt zu starten. Da kommen dann „alles oder nichts“-Gedanken wie:

 „Wenn ich mich entschließe, kein Plastik mehr zu verbrauchen, aber trotzdem noch in den Urlaub fliege, bringt das ja alles nichts. Dann kann ich das mit der Nachhaltigkeit auch gleich sein lassen…“

So ein Quatsch! Warum wiegen wir das eine mit dem anderen auf und machen alles zunichte, wenn wir (noch) nicht in jedem Bereich eine praktikable Lösung für uns gefunden haben, oder uns noch nicht mit jedem Aspekt beschäftigt haben? Ich denke, hier sind zwei Punkte besonders ausschlaggeben: der eigene Perfektionismus, alles gleich sofort perfekt machen zu wollen und auf der anderen Seite der (vermeintliche) Druck, bzw. die Erwartung von außen, dem sozialen Umfeld oder den sozialen Medien.

Natürlich ist es das Ziel, die Nachhaltigkeit in möglichst vielen Bereichen des Lebens zu integrieren, aber wir müssen logischerweise erstmal mit einem Bereich anfangen. Egal, welcher Bereich das bei dir ist, jede einzelne Veränderung bewirkt etwas. Mach dir nicht selber den Druck und lass dich auch nicht unter Druck setzen, gleich dein ganzes Leben nachhaltig optimieren zu wollen. Halte dir stattdessen lieber vor Augen, warum du das ganze machst (Schritt 3) und dass du dabei niemanden etwas beweisen musst.

 

2. Setze dir kleine Ziele

Vielleicht kennst du das Bild des Einmachglases, in das der Müll eines Jahres passt. So präsentieren einige Blogger ihren „Zero Waste-Erfolg“ in den sozialen Medien oder im Fernsehen. Das ist natürlich super inspirierend und auch ich wurde durch so einen Beitrag auf das Thema aufmerksam und dachte „das will ich auch schaffen!“. Das ist dann aber eher ein langfristiges als ein kurzfristiges Ziel.

Auch ich musste mir dann erstmal überlegen, von wo ich starte. Wenn du heute bspw. jede Woche einen Plastikmüllsack vor die Tür bringst, so ist es relativ unwahrscheinlich, dass ab morgen dein Jahresmüll in ein Einmachglas passt. Ein realistisches Ziel könnte dann eher sein, dass dein Müll nur alle zwei Wochen voll wird. Hast du das geschafft, kannst du den Zeitraum weiter begrenzen. So setzt du dir kleine Teilziele, die dich nicht nur mehr anspornen, sondern dir auch helfen, länger am Ball zu bleiben.

Mach dich also nicht verrückt und fang lieber mit kleinen Schritten an.

 

3. Suche dir eine Intention

Überlege dir einen bestimmten Grund, warum du weniger Plastik verbrauchen möchtest. Sind dir die Meerestiere wichtig, die sich an deinem Plastik nicht verschlucken sollen? Möchtest du die Natur frei von deinem Plastik halten? Ist es die Verschmutzung der Luft durch die Verbrennung von Plastik, die du nicht weiter vorantreiben möchtest? Oder möchtest du allgemein die Umwelt mit einem geringeren Ressourcenverbrauch schonen, um damit unseren Planeten nachhaltig lebenswert zu machen?

Egal, was dich dazu bewegt hat, dich mit dem Thema Nachhaltigkeit und Müllvermeidung auseinanderzusetzen, schreibe es für dich einmal auf. Es fällt uns nämlich viel leichter, eine Sache durchzuziehen und uns nicht so schnell entmutigen zu lassen, wenn wir ein Ziel vor Augen haben.

 

4. Rede mit deinem Umfeld

Sprich mit deiner Familie, deinem Partner/ deiner Partnerin oder deinen Freunden darüber, dass du dich für das Thema Plastikvermeidung interessierst und dass du deinen eigenen Verbrauch gerne reduzieren möchtest. Auf diese Weise wissen deine Liebsten, womit du dich beschäftigst und können dich auch unterstützen. Vielleicht hat ja noch jemand Lust, sich gemeinsam mit dir mit dem Thema zu befassen und etwas zu ändern. Ihr könnt euch dann auch gegenseitig motivieren und Ideen austauschen.

 

5. Lass dich nicht entmutigen

Selbst, wenn du mit deiner Einstellung erstmal auf Ablehnung stößt, lass dich nicht entmutigen! Viele haben sich noch gar nicht mit ihrem eigenen Konsum befasst und neigen dazu, die veränderte Denkweise von anderen zu verurteilen. Hier ist es wichtig, dass du deinem Umfeld klarmachst, dass du erstmal für dich selbst etwas ändern möchtest und niemanden dazu zwingst, mitzumachen.

(Ich weiß, dass dies leichter gesagt ist, als getan. Ich bin auch irgendwann an den Punkt gekommen, an dem ich am liebsten jeden auf seinen verschwenderischen Konsum hingewiesen hätte. Dass es nichts bringt, andere zu missionieren, wird aber ziemlich schnell klar. Mir hilft dann der Gedanke, dass jeder sein eigenes Tempo im Leben hat und dass auch ich früher einmal an dem Punkt war, als ich nichts von einem nachhaltigen Leben wissen wollte. Hab‘ etwas Geduld und akzeptiere die momentane Einstellung der anderen. Gehe mit gutem Beispiel voran, so kannst du zu einer Inspiration für dein Umfeld werden.)

 

6. Hol dir Inspiration und tausche dich mit „Mitreisenden“ aus

Auf deiner Reise zu einem nachhaltigeren Leben kann es hilfreich sein, dir Unterstützung und Tipps von Gleichgesinnten zu holen.

Diese gibt es z.B. in Facebook Gruppen wie „Zero Waste Deutschland“ (vielleicht gibt es sogar eine Gruppe speziell für deine Stadt) oder „vegan, natürlich, plastikfrei“. Hier posten täglich Mitglieder neue Erkenntnisse, teilen Erfolge und Ideen für einen unverpackten Alltag.

Auch Instagram ist eine tolle Plattform für Einsteiger. Als Inspiration für einen plastikfreien Start haben mir besonders die Accounts* von: @louisadellert, @lauramitulla, @ohwiecool, @einbisschengruener, @plastikfrei_leben, @incapitalletters und @wastelandrebel geholfen.

Du kannst natürlich auch nach Hashtags suchen wie #plastikfrei, #müllvermeidung, #zerowastedeutschland, #plastikalternativen, …

Schaut auch immer in die Kommentare der einzelnen Beiträge, denn hier gibt es oft noch ein paar Extratipps und Erfahrungen von anderen.

ACHTUNG: wie so oft, können die sozialen Medien auch hier Fluch und Segen zugleich sein. Nutze sie bewusst, um dich inspirieren zu lassen und dich mit anderen auszutauschen, aber vergleiche dich nicht mit anderen. Viele Nachhaltigkeitsblogger beschäftigen sich schon lange mit dem Thema und hier kannst du dir gut vir Augen halten, dass jede/r scheinbar 100% ökologisch lebenden Blogger auch mal mit den Basics angefangen hat und auf seinem Weg viel dazu gelernt hat.

 

7. Sieht es als Spiel an, nicht als Challenge

Alleine in Supermärkten kann einen die Plastikflut ziemlich frustrieren und auch richtig wütend machen. Anstatt zu denken „hier ist ja ALLES verpackt, plastikfrei einkaufen ist UNMÖGLICH“, sieh’ es als ein Spiel an und geh mal durch den Laden mit dem Gedanken „mal schauen, was es alles unverpackt oder zumindest in Papier oder Gläsern gibt.“

Für mich hat dieser Gedankengang ganz viel bewirkt, denn so wurde aus Frustration Neugierde und Spaß und ich habe mich über jedes neu entdeckte plastikfreie Produkt wie ein kleines Kind gefreut. Den Laden habe ich dann verlassen mit der Faust in der Lust und dem Ruf „I made it!“ (ok, vielleicht war nicht ganz so extrem, aber innerlich habe ich mich wie ein Sieger gefühlt ;)).

 

8. Feier deine Erfolge!

Du hast heute mal deinen eigenen Coffee-to-go Becher mit zum Bäcker genommen und hast auf die Einwegvariante verzichtet? Deine Tasche hast du mit einem Gemüsebeutel ausgestattet, um beim nächsten Einkauf nicht zu den Plastiktüten greifen zu müssen? Du hast ein DIY Rezept ausprobiert und machst z.B. dein Deo selber? DAS IST WUNDERBAR! Ein Hoch auf dich! Du hast bereits jetzt einen positiven Beitrag für die Umwelt geleistet, indem du ein paar kleine Veränderungen an deinem Verhalten ausprobierst. Wenn die ersten Schritte zur Gewohnheit werden, kannst du mit den nächsten beginnen. Immer nach deinem Tempo und ohne Stress.

 

Tipp: Um dir deinen Einstieg in einen ersten unverpackten Einkauf zu erleichtern, findest du hier Tipps, wo du deine Lebensmittel unverpackt bekommen kannst, ohne dafür einen Unverpacktladen zu benötigen.

 

*unbeauftragte Namensnennung

 

2 Kommentare

  • Ma Ing

    Liebe Isabelle
    Gratulation zu deinen Beiträgen. Auf deine scharmante Art hast du
    uns u. viele andere “Umweltsünder” zum Nachdenken angeregt.
    Und das ist doch ein guter Anfang. Mach weiter so und viele werden dir folgen!
    Ma Ing

    • Isabelle

      Hallo ihr Beiden,
      Danke für euren Kommentar 🙂
      Das freut mich sehr, dass ich zum Nachdenken anrege. Ich denke, wenn jede/r sein Handeln hinterfragt, ist schon viel getan.
      Schön, dass ihr weiter mitlest!
      Liebe Grüße, Isa ♥

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